THOMAS ANDREAS BECK

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27/07/2008

Die Entdeckung der Langsamkeit

Mein Sommerurlaub - Buchtip für Führungskräfte, für die, welche es noch werden wollen - und für alle Geführten... Die Endeckung der Zeit als wesentlicher Aspekt des Gestaltens. In der Langsamkeit liegt die Kraft des nachhaltigen Führens... Ein packender, berührender, (fast) wahrer Roman - die "verlangsamte" Geschichte eines Menschens welcher viel bewegt hat. Der Konteradmiral und Polarforscher John Franklin.

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Es kam ein neuer Kapitän, James Cooke, ein kahlköpfiger, schlanker Mann mit gespaltenem Kinn. Er sah fast so edel aus wie Brunaby und lächelte viel. Cooke war ein Mann Nelsons durch und durch und verstand etwas vom Anfeuern…

Aber Cooke verwandelte das Schiff schon jetzt so, als stünde der Admiral neben ihm auf dem Poopdeck. Er hielt Reden über Tod, Ruhm und Pflicht und verband das mit großer Freundlichkeit. Jedem hörte er gut zu, aber ohne eindeutig zu reagieren. Vielleicht tat er nur so, als ob er zuhörte, aber alle fühlten sich von ihm in einem höheren Sinne wahrgenommen. Es war, als breche ein Zeitalter der Freiheit und Güte an: Bant maulte nicht mehr, Walford half und ermunterte, alle versuchten, besser zu werden. Das bewirken die Worte eines Kapitäns!

Nur John horchte vergebens in sich hinein: „Ich merke noch nichts!“ Beim Wort „Ruhm“ hatte er besonders starke Zweifel. Ruhm: man wollte die bessere Seite sein. Es gab aber keine Sicherheit, wer in einer Schlacht die bessere Seite war. Überhaupt war durch den Tod nichts zuverlässig zu beweisen


Er schien ein Mann voller Liebe zu sein – Liebe zum Ruhm und zu seiner eigenen Sorte. Und es gab bald niemanden mehr, der nicht von seiner Sorte sein wollte. Er schien ganz sicher zu sein, das alle das tun würden, wofür er sie liebte, und sie taten es auch. Er liebte Verrückte, und so schien es verlockend, verrückt zu werden für England. Plötzlich waren die gepressten Seeleute und die geschundenen Soldaten zum Heldentum entschlossen. Sie glaubten jetzt zum Höchsten zu gehören, was die Erde hervorgebracht hatte. Sie mußten es nur noch zeigen. Die Ehre verpflichtetet jeden, des zu tun, wofür er schon gelobt worden war.

Ehre war eine Art nachzuliefernder Beweis.

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Es kamen immer neue, John fühlte sich alt. Scharf beobachtete er den jungen Simmonds, denn er hätte gerne herausbekommen, wie schnell dessen patriotische Begeisterung zunahm, ob sie abends stärker war als morgens und ob sie mehr von innen kam oder mehr von außen.

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Da stand nichts einfach nur für sich selbst. Jedes einzelne war begründet im Ganzen, und erst durch das Ganze war es überhaupt etwas. Darin lag auch Dauerhaftigkeit. Von der Kriegsmarine her wußte er ganz genau, wie es war, wenn Eigenes unwichtig wurde. Es blieb ihm dann nur noch der Ausweg in die Schnelligkeit. „Besser“ war einer nur dann noch, wenn er das Gleiche schneller tat. Und diese Möglichkeit hatte er nicht.

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Kein System mehr! Nicht eine Pose des Überblicks, sondern wirklicher Überblick aus der Beobachtung der Einzelheiten.

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Sten Nadolny / »Die Entdeckung der Langsamkeit«

Juli 27, 2008 in Buchtips | Permalink

16/07/2008

Die Regungen der eigenen Seele...

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Vergeh dich ruhig, vergeh dich an dir selbst und tu dir Gewalt an, meine Seele; doch später wirst du nicht mehr Zeit haben, dich zu achten und zu respektieren.

Denn ein Leben nur, ein einziges, hat jeder. Es aber ist für dich fast abgelaufen, und du hast in ihm keine Rücksicht auf dich selbst genommen, sondern hast getan, als ginge es bei deinem Glück um die anderen Seelen…

Diejenigen aber, die die Regungen der eigenen Seele nicht aufmerksam verfolgen, sind zwangsläufig unglücklich.
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Marc Aurel / Danke Andrea!

Juli 16, 2008 in Zitate | Permalink

06/07/2008

...lass dich dies alles kosten

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Du musst wissen, dass sich noch nie ein Mensch in diesem Leben so weitgehend gelassen hat, dass er nicht gefunden hätte, er müsse sich noch mehr lassen.

Der Menschen gibt es wenige, die das recht beachten und darin beständig sind.

Es ist ein gleichwertiger Austausch und ein gerechter Handel: soweit du ausgehst aus allen Dingen, soweit, nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen, dafern du in allen Dingen dich des Deinen völlig entäusserst.

Damit heb an, und lass dich dies alles kosten, was du aufzubringen vermagst.

Da findest du wahren Frieden und nirgends sonst.
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Danke Heini!

Meister Eckhart | Reden der Unterweisung, Vom Nutzen des Lassens, das man innerlich und äusserlich vollziehen soll |Deutsche Predigten und Traktate

Juli 6, 2008 in Zitate | Permalink