THOMAS ANDREAS BECK

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27/09/2009

Wirtschaft der Freude

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Ist Wirtschaft dazu geeignet, Freude zu schaffen?

Wie gelingt es uns, Fülle und Lebendigkeit nicht zu verhindern? Sind Fülle und Lebendigkeit nicht »Normalzustände« des (Wirtschafts)Lebens? Diese Frage stand im Zentrum des Dialog Labors, welches ich mit 60 Teilnehmern des österreichischen csr Tages führen durfte.

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Effektivität statt Effizienz.
Das Richtige tun, statt das was wir tun, unbeirrt nur besser zu machen. Stellen wir uns doch regelmäßig die Frage, ob wir überhaupt das Bestmögliche tun. Wie oft halten wir grundsätzlich falsch angelegte Systeme zwanghaft am Leben? Und versuchen mit Effizienzprogrammen das Falsche besser zu machen. Es geht darum, das Effektive, das Richtige zu machen.

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Zeit und Raum für Entscheidungen.
Was entscheiden wir wie? Wie entscheiden wir was? An welchen Orten nehmen wir uns Zeit für Entscheidungen? Welche Werte prägen unsere Entscheidungen? Neue – alte – Formate der Entscheidungsfindung sind die Lösung. Bewusstes Einlassen auf Fragen der Gegenwart – für eine liebevolle Zukunft. Für menschliche, lebendige Wege.

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Sinnhaftigkeit.
Alles braucht den Sinn im Kern. Berufung und Sinn des Lebens. Jedes Gänseblümchen, jeder Käfer erfüllt zentral den Sinn seines Daseins. Erbringt seinen Beitrag für das Große, Ganze. Ohne ständig auf’s Neue zu hinterfragen. Warum sollten wir Menschen die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten sein, welche ihr Handeln und Wirken nicht am Sinn ihres Lebens ausrichten? Gerade, wo wir mit der Gabe der Schöpfungskraft beschenkt sind? Beruf kommt von Berufung. Berufenes zu tun macht Freude. Geld um des Geldes Willen zu verdienen ist definitiv sinnlos - und führt meist in die Ausbeutung. Unser menschliches Potenzial für diese Welt in die Wirkung zu bringen ist unser Auftrag. Für mehr Freude, Lebendigkeit und Fülle. Jede, Jeder in seinem Fähigkeitsfeld. Einfach so. Geld ist Ausgleichsenergie, eine Erfindung von uns Menschen – um es uns im Austausch unserer Wirkungen »leichter« zu machen. Geld ist keine Ware. Solang wir Geld wie Ware behandeln und damit spekulieren, schwächen wir uns. Geld folgt unweigerlich da, wo Sinnvolles - Lebendigkeit und Fülle erzeugendes - getan wird. Und Geld vermehrt sich, wenn es mit Sinn und Liebe investiert wird.

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Vererbbarkeit als zentraler Wert.
Jede unserer Handlungen und Entscheidungen muss die »Vererbbarkeit« unserer Unternehmen, unserer Gesellschaft, unserer Welt sicherstellen und sogar erhöhen. Nur weil wir dies seit Jahrhunderten kollektiv nicht tun, brauchen wir jetzt eine csr Bewegung, krampfhafte Versuche des »nachhaltigen Handelns«. Nachhaltigkeit ist normal, natürlich und nichts Besonderes. Wir stecken mitten drin, in der Unmenschlichkeit. Es ist Eins vor Zwölf.

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Dialog und Intuition statt Recht haben.
Zentralistische, rechthaberische Führung ist unmenschlich. Bestenfalls (Schlechtestenfalls) im unmenschlichsten Fall der Fälle effektiv: Im Krieg. Wie soll ein Mensch allein wissen, was für alle gut ist? Wir Menschen sind – identisch zum Universum, zu allen Pflanzen und Tieren – selbstorganisierende Systeme. Ja – es gibt dieses Phänomen »Führung«. Jedoch niemals aus dem Ego heraus, nicht aus dem »Recht haben« und »Bevormunden«. Führung bedeutet, das was da ist zu erkennen, zu spüren und zum Ausdruck zu bringen. Die Verantwortung für’s »Wohl des Ganzen« zu tragen und sich demütig in den Dienst zu stellen. Führen über Dialog und Konsens. Ratskreise statt Chefsessel. Es braucht neue Organisationsformen und eine neue Kompetenz des Führens. Menschen mit offenem Herz und feinstem Gespür, Mut zu benennen und Impulse aufzunehmen. Der Wirtschaftskrieg muss ausnahmslos beendet werden. Die Zeit ist längst fällig für Friedenskonzepte, Kooperationssysteme, Liebesdienste. Wir Menschen sind primär auf Kooperation und Liebe ausgerichtet, Joachim Bauer's wissenschaftliche Erkenntnisse  (Das Prinzip Menschlichkeit - Warum wir von Natur aus kooperieren.) hat Darwin's "survival of the fittest" Theorie längst überholt. Es ist an der Zeit, Führung neu zu definieren.

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Matriarchat statt Patriarchat.
Dialog und Konsens statt Befehl und Konflikt. Liebe statt Ego.CSR Tag 2009_Dialog herunterladen vom 23.September 2009 in Wien

September 27, 2009 in Führung | Permalink | Kommentare (0)

17/09/2009

INTO THE WILD: Entscheidungen finden. In der Wildnis...

Wald intothewild 

Es ist mein Herzensprojekt.

In einem versteckten Tal, am Rande des Wienerwaldes. Es hat mich 2008 gefunden, der Ort ist mir begegnet, hat mich wie magisch zu sich geführt.

Mitten im Wald. Bäume und Wiese. Versteckt - wie geheim. Ein mächtiger Felsen mittendrin im Hang, der Brunnen mit kristallklarem Wasser. Zwei Holzhütten, ein Ofen. Stromlos. Kräuterwiese. Lianen. Einige alte Obstbäume mittendrin. Naturschutzgebiet. Ein breiter, steiler Hang – bewachsen mit hunderten Bäumen. Kiefern, Eichen, Lerchen. Der Boden seit Jahrzehnten von Menschenfüßen verschont – Stacheldraht hat auch seine guten Seiten. Humus, vermoderndes Laub und Geäst in großer Fülle.

Mehrere Trampelpfade - tief in den Boden gedrückt - kreuzen das Gelände: Die Wege der Rehe wurden über die Jahre deutlich sichtbar. Ab und zu sind sie da wenn ich ankomme, begrüßen mich mit ihrem heroischen, präsenten Blick. Um sich dann voller Kraft von mir zu verabschieden. Ich habe den verletzenden Stacheldraht an den Weggabelungen geöffnet. Gleich zu Beginn unserer Partnerschaft.

Und diese wechselnden Gerüche... Wald duftet nach Lebendigkeit und Tod. Markant sind die tosende Stille und das schrille Vogelgeschrei. Im Sommer dröhnendes Bienen- und Hummelgebrummel, solange die Sonne sich zeigt.  Dann kommt die bedrohliche Dunkelheit. Begleitet von vollkommener Ruhe. Anfangs durchfuhr mich dann die Angst vor dem Ungewissen, Unsichtbaren - mit der Zeit verflogt sie, versteckte sich. Um mich immer wieder mal kräftig aus dem Nichts zu erschrecken.

Orte behindern, lassen uns in Ruhe oder beflügeln unsere Kraft. Dieses Stück Wald ist ein Kraftort – ein »Ort der Kraft«. Das habe ich jetzt ein Jahr lang erlebt, gespürt, beobachtet. Allein geprüft, experimentiert und zugelassen. Tagelang mit »ihm« verbracht. Er ist ein Ort der Stille, der tosenden Stille. Der Raum unterstützt uns auf unseren Wegen der Erkenntnis und Entscheidungen. Da, wo kein anderer Mensch uns helfen kann hilft die Stille. Führt die Stille.

Inspiration, Ideen und Erkenntnisse kommen, wenn wir neugierig und bewusst Fragen in den Raum stellen - in den Raum hinein stellen. Unabgelenkt, unmanipuliert, unbeeinflusst, unberaten: pur. In Stille, Hingabe, Öffnung und Präsenz. Und wir uns auf unsere Wahrnehmung, unsere Intuition ein- und verlassen. Entscheidungen können aus unserer inneren Weisheit fallen. Sie »Fallen«, wenn wir die Fragen und das Denken loslassen - sie müssen nicht »gefällt« werden. Jenseits des Denkens. Durch und aus unseren Herzen. Wenn wir die Stille aushalten. Wenn wir fähig sind die tosende Stille der Natur durch uns durch zu lassen. Uns für Momente zu verbinden. Stille führt uns.

Das, was jetzt auf uns zukommt ist der Um- und Zusammenbruch vieler stagnierender, erkrankter Systeme. Das macht Platz für die Gestaltung einer neuen Kultur der Freude, für Fülle und Lebendigkeit erzeugende Lebenslandschaften.

Uns Gestaltern - Führungskräften - wird das »Alles« abverlangen. Innere Klarheit wird zur neuen Kernkompetenz. Sowie die Loslösung vom hinderlichen Ego eine noch zenralere Bedeutung bekommt. "Ich will gewinnen, ich will recht haben, ich will mich durchsetzen, ich will geliebt werden." verhindern diese nachhaltig wirksamen Entscheidungsprozesse. Unsere Handlungswerte werden sich neu ordnen, z.B.: "Güte, Gerechtigkeit, Sparsamkeit und Demut" unsere Entscheidungen vorrangig prägen.

Neue Formen und Wege der Entscheidungen.
Darum geht es vor allem: Wie entscheiden wir was? Was entscheiden wir wie? An welchen Orten?
Die Antworten zur Meisterung der Zukunft werden nicht nur dem Denken entspringen. Sie werden auch aus der ewigen Weisheit der Natur zu uns kommen. Die Pflanzen und Tiere sind unsere Lehrmeister – ebenso wie dieses unbegreifliche, unbeschreibliche, alles umgebende »Irgendetwas«. Im Wald bekomme ich eine Ahnung von dieser göttlichen Dimension.

»Es« unterstützt und begleitet uns auf unseren Entscheidungsreisen - mit Gelassenheit und kollektiver Weisheit. Into the wild.

September 17, 2009 in utopische Realisierungen | Permalink | Kommentare (0)

06/09/2009

Curitiba zeigt's vor: Es ist zu schaffen!

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Kreativität beginnt,
wenn du eine Null von deinem Budget streichst.

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TED Auftriit von Jaime Lerner, Bürgermeister von Curitiba / Brasilien - jede Stadt kann wesentlich nachhaltig gestaltet werden...

österreichischer Film zur Stadt (www.8film.at): Curitiba - it's possible.

September 6, 2009 in Zitate | Permalink | Kommentare (0)